Der argentinische Gitarrist und Komponist Luis Borda, der seit seinem 15. Lebensjahr auf der Bühne steht, ist heute einer der weltweit bekanntesten Tangokomponisten und –interpreten.
Seit der Gründung seines eigenen Ensembles 1982 komponiert und spielt er vor allem eigenen Kompositionen und hat sich zu einem der bedeutendsten Vertreter und Erneuerer des Tango Nuevo entwickelt. Er hat zahlreiche Aufnahmen mit den renommiertesten und bekanntesten Musikern Argentiniens gemacht. Seine Konzerte faszinieren durch ihre Lebendigkeit, Virtuosität und Bühnenpräsenz. Außergewöhnlich ist auch die Interaktion mit seinen Musikern.
Seine Musik hat dem modernen Tango ganz neue Impulse gegeben und ihn als konzertanten Musikstil weiterentwickelt.
Seit 1996 lebt und wirkt Luis Borda v.a. in Deutschland und Europa. Er gründete hier sein „neues“ Luis Borda Cuarteto, mit dem er seither in ganz Europa und der Welt zu hören ist. Beispielsweise in der Akademie der Schönen Künste in Prag, beim Ehinger Musiksommer, bei den Darmstädter Residenzfestspielen, im Minoritensaal in Graz, beim großen Festakt der Wiedereröffnung der Bibliothek von Alexandria in Ägypten und regelmäßig beim Rheingau Musik Festival und in Köln bei „Musik in den Häusern der Stadt“. Und natürlich immer wieder in seiner Heimat Argentinien, dort ist er u.a. Gast beim renommierten Festival Buenos Aires Tango oder gibt Konzerte in einem der zahlreichen Theatersäle der Stadt.
Luis Borda produzierte zahlreiche CDs. Rundfunkanstalten in Deutschland, Österreich, Argentinien haben seine Konzerte aufgezeichnet und eigene Features/Hörspiele mit ihm und über ihn produziert. Einige Kompositionen von Luis Borda sind als Partituren im Tonos Verlag erschienen. Außerdem komponierte er zahlreiche Film- und Theatermusik. So war er beispielsweise der Musikalische Leiter für „12 Tangos – Adios Buenos Aires“, einem Dokumentar-Kinofilm, der für den Bayerischen Filmpreis nominiert wurde sowie Musikproduzent für den Film „Der letzte Applaus", der seit Mai 2009 in den deutschen Kinos zu sehen ist.
Mit neun Jahren begann Luis’ Kontakt mit der Musik als der die Proben der Folkloregruppe seiner beiden Onkel unterbrach und immer wieder verlange dort die große Trommel, den „Bombo“, spielen zu dürfen. Schließlich erlaubten ihm die Bandmitglieder der “Los Sanandresinos” bei jeder Probe die ersten 15 Minuten als Bombista mitzuwirken.
Nachdem Luis Borda auf diese Wiese sein musikalisches Talent unter Beweis gestellt hatte, konnte ihn seine Mutter für klassische Giarre begeistern. Nach ein paar Unterrichtsstunden nahm die Begeisterung für die Magie des Spiels von Jimmie Hendrix überhand und Luis gründetete mit anderen Begeisterten die Rockband “Ave Rock”. Diese Band entwickelte sich in den nächsten Jahren zu einer der herausragend-sten Gruppen des „Rock Nacional Argentino“. Diese Bewegung in Argentinien war eine der ersten, in der Rockmusik auch in spanischer Sprache und nicht nur wie bisher in Englisch gesungen wurde.
Im Anschluss an diese Erfahrung und einige Bands später, hatte Luis Borda die Möglichkeit an zwei Projekten teilzunehmen, die musikalisch für ihn bedeutend waren: Er spielte in der Band des Autors, Komponisten und Bassisten Emilio Del Güercio und im Ensemble des Komponisten und Bandoneonisten Rodolfo Mederos.
Parallel dazu studierte er Musik unter der Leitung des Osvaldo Lupi und Alberto Coronato. Außerdem schrieb er sich im Konservatorium Manuel De Falla ein und lernte dort u.a. bei Violeta De Gainza.
Die Militärdiktatur in Argentinien, die das kulturelle Leben in dieser Zeit in vielen Aspekten prägte, machte es für viele Studenten unmöglich, ihr Studium fortzusetzen. So verließ auch Luis Borda das Konservatorium und setzte seine Studien mit Privatunterricht, aber auch als Autodidakt fort.